Altersarmut

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Altersarmut
Altersarmut als Reizthema und Herausforderung für Politik und Gesellschaft

Das Thema Altersarmut wird derzeit wieder verstärkt politisch diskutiert. Als sogenannte Armutsgefährdungsschwelle tauchen in der Politik und in den Medien unterschiedliche Zahlen auf. Allgemein ausgedrückt liegt eine Altersarmut dann vor, wenn eine Person in seiner konkreten Lebenssituation trotz größter Sparsamkeit in seiner Lebensführung nicht mehr ohne Hilfe zurechtkommt. Die meisten Renten fallen mehr als bescheiden aus und zahlreiche Menschen sind alleinerziehend oder arbeitslos. Unter der Berücksichtigung laufender monatlicher Kosten reicht das verbleibende Geld kaum noch zu einer gesunden Ernährung aus.

Dabei werden schon starke Einschränkungen bezogen auf Wohnqualität, Mobilität, Bekleidung und Kosmetikartikel hingenommen. Weitere Wünsche aus dem Bereich einer normalen Lebensqualität sind gänzlich tabu.

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Dazu zählen Kino- oder Cafébesuche, frisches Obst vom Markt oder Geschenke für Enkelkinder zum Geburtstag oder zu Weihnachten. Die Tendenz dieses Desasters ist zunehmend. Immer mehr Rentnerinnen und Rentnern stehen immer weniger jüngere Menschen in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen gegenüber. Im Jahr 2006 lagen 10,3 Prozent der Renten unter der damals definierten Armutsgrenze.

Derzeit trifft dies bereits auf 15,6 Prozent der Rentner zu. Der Anstieg ist besorgniserregend. Zusätzliches Problem: Der Gang zum Sozialamt zwecks Unterstützung bleibt nicht selten durch Scham und Resignation aus. Besonders Frauen sind von der Problematik geringer Renten durch Babyjahre und Erziehungszeiten betroffen. Bezieherinnen von Witwenrenten, die keine eigene Rente erhalten, sind unzureichend abgesichert. Dabei kann dieses Problem lange bestehen, da Frauen älter als Männer werden. Ersparnisse sind unter diesen Vorzeichen oftmals schnell aufgebraucht, da sie bei Leistungen des Sozialamtes auch herangezogen werden können. Die demografische Entwicklung, ein gesunkenes Rentenniveau sowie ein historisches Zinstief als Problem für private Vorsorge stehen schnellen Problemlösungen entgegen. Andererseits darf bei dieser Betrachtung nicht vergessen werden, dass die Anzahl der Millionäre in Deutschland stetig und die Steuereinnahmen wie noch nie sprudeln.
Viele Unternehmen sprechen von Rekordgewinnen. Der Staat hat eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung und eine tiefe Spaltung der Gesellschaft in arm und reich kann zu erheblichen Spannungen führen. Es ist kaum von einem Harz IV-Bezieher nachvollziehbar, dass große Unternehmen in Deutschland keinerlei Steuern bezahlen. Sie erhalten im Gegenteil durch geschickte Abschreibungstricks am Jahresende noch hohe Beträge aus dem staatlichen Steueraufkommen zurück. Dabei lassen sie mit einem erheblichen Abnutzungspotenzial ihre Transportfahrzeuge über staatlich subventionierte Straßen fahren und nehmen noch weitere staatliche Leistungen in Anspruch. Solidarität zum Rest der Gesellschaft: Fehlanzeige! Die Vertreter dieser Klientel sind dagegen sehr spontan mit Diskussionsbeiträgen zur angedachten Grundrente von 1000 Euro. Alten Menschen helfen zählt offensichtlich nicht zu den Unternehmerzielen. Häufigste Kommentare: „Wer soll das denn bezahlen“ und: „Damit werden nur Faulenzer gefördert.“ Formulierungen wie „alten Menschen helfen“ tauchen in diesen Erklärungen nicht auf. Daran muss sich dringend etwas ändern.
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